Liebstöckel

Liebstöckel

Liebstöckel ist ein Küchen- und Heilkraut, das zur Gattung der Doldenblütler gehört. Fachleute gehen davon aus, dass es aus Persien stammt. Die genaue Herkunft ist jedoch nicht eindeutig geklärt. In der freien Natur gedeiht das Kraut in unseren Regionen nicht. Es lässt sich jedoch im Garten kultivieren. Geerntet werden zwischen Mai und September vorwiegend die Blätter, auch die Samen und Wurzeln können zum Würzen oder in der Naturheilkunde verwendet werden. Beispielsweise geben die Zutaten Suppen, Eintöpfen, Braten oder Saucen eine besondere Note. Wegen der geschmacklichen Ähnlichkeit mit dem Maggi-Gewürz wird Liebstöckel im Volksmund auch als Maggikraut bezeichnet.

Liebstöckel enthält in allen Bestandteilen ätherische Öle, aber auch Cumarine und Cumarinderivate. Diese Wirkstoffe eignen sich zur Behandlung von Harnwegsinfektionen und anderen Unterleibsbeschwerden. Wegen seiner harntreibenden Wirkung ist das Kraut in der Lage, der Bildung von Nierengrieß vorzubeugen oder diesen aus dem Körper herauszuschwemmen. Zudem regt es die Verdauung an. Es beseitigt Blähungen und fördert den Appetit. Auch bei Erkältungsbeschwerden, insbesondere bei zähem Husten und fest sitzendem Schnupfen, hilft das Heilkraut. Traditionell wurde er auch zur Behandlung von Wassereinlagerungen im Gewebe eingesetzt. Wegen seiner ausleitenden Wirkung werden sämtliche Bestandteile außerdem zur Entschlackung und zur alternativen Therapie von Gicht und Rheuma genutzt. Teilweise sagt man dem Heilkraut eine Steigerung der Potenz nach. Die Traditionelle Chinesische Medizin geht davon aus, dass eine regelmäßige Einnahme das Qi stärkt, Blockaden der inneren Bauchorgane löst sowie Galle und Leber entlastet.

Liebstöckel kann innerlich und äußerlich angewendet werden. Die Samen können gekaut oder als Tee zubereitet werden. Die Blätter und Wurzeln werden frisch oder getrocknet verwendet. Auch sie eignen sich für einen heißen Aufguss. Aus ihnen lassen sich aber auch ein aromatischer Bitterschnaps oder eine Tinktur herstellen. Bei der Behandlung einer Mittelohrentzündung wird das getrocknete Kraut in ein Leinensäckchen gegeben. Dieses wird über Nacht auf das betroffene Ohr gelegt.

Bildquelle: Unsplash / Pixabay
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